Richard Wagner-Festspiele in Bayreuth - Spielplan, Karten und Hotels in Bayreuth - Infos und Opernreisen
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Richard Wagner Festspiele in Bayreuth

Richard Wagner wünschte sich ein Theater abseits der Metropolen, in dem man sich – ohne Ablenkung und ohne die Kompromisse eines Repertoirebetriebs – voll und ganz der Darbietung seiner Werke widmen konnte. Zur Verwirklichung dieses Wunsches trugen maßgeblich sein Mäzen König Ludwig II. von Bayern und seine Förderin Marie Gräfin von Schleinitz bei, die auch im Bayreuther Patronatsverein eine führende Rolle spielte. Die ersten Festspiele unter seiner Leitung begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I., Kaiser Pedro II. von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kehrte erst zum dritten und letzten Aufführungszyklus zurück, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog.
Der künstlerische Erfolg der Premiere wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt, so dass Wagner sich weigerte, vor das applaudierende Publikum zu treten. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark – konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke in seinem Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.
Unter der Leitung von Wagners Witwe Cosima fanden die Festspiele zunächst unregelmäßig statt.
Immer wieder musste aus wirtschaftlichen Gründen – der Festspielbetrieb war ein reines Privatunternehmen der Familie Wagner – ein Jahr pausiert werden, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Auch war die Publikumsnachfrage nicht immer ausreichend, teilweise wurde vor nur mäßig gefülltem Haus gespielt.
Die Festspiele entwickelten sich im Wechsel zwischen künstlerischer Stagnation und Innovation. Cosima Wagner, die ab 1886 selbst Regie führte, hatte eine strenge Vorstellung von Werktreue. 1908 übergab sie auf dringendes Anraten ihrer Ärzte die Leitung der Festspiele ihrem Sohn Siegfried Wagner, der schrittweise eine Modernisierung der Aufführungen ermöglichte. Der Erste Weltkrieg erzwang 1914 eine Unterbrechung der laufenden Saison; die Rückerstattung des Preises für gelöste Karten verursachte ein hohes Defizit.
Erst nach zehn Jahren, am 22. Juli 1924, wurden die Festspiele unter Leitung von Siegfried Wagner wieder eröffnet. Die Meistersinger-Premiere geriet zu einer unverhohlen nationalistischen Veranstaltung; unter den Gästen waren Erich Ludendorff und Heinrich Claß. Der Schlussapplaus nach dem 3. Akt mündete in das vom Publikum stehend gesungene Deutschlandlied.
In seinem Testament von 1929 legte Siegfried Wagner fest, dass nur Werke Richard Wagners in Bayreuth aufgeführt werden dürfen. Ob diese Verfügung noch bindend ist, wurde wiederholt diskutiert, auch im Rahmen der Nachfolgedebatte um den ehemaligen Festspielleiter Wolfgang Wagner, der sein Amt zum 31. August 2008 niedergelegt hatte.
Problematisch waren auch die Festspiele zu Anfang der 1930er-Jahre: 1930 starb der Festspielleiter Siegfried Wagner an einem während der Probenzeit erlittenen Herzinfarkt. Auch zwischen dem neuen Dirigenten Arturo Toscanini und den beiden anderen Dirigenten der Jahre 1930 und 1931 Karl Muck und Wilhelm Furtwängler kam es immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien. Toscanini widerrief kurz vor Beginn der Proben für die Festspiele des Jahres 1933 seine Zusage, da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine ausländer- und vor allem judenfeindliche Stimmung herrschte.
Einen Tiefpunkt hatten die Festspiele in der Zeit des Nationalsozialismus: Die Nähe von Siegfrieds Witwe Winifred Wagner, die 1930 die Leitung der Festspiele übernommen hatte, zu Reichskanzler Adolf Hitler trug wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1945 „Wagner an der Kulturbörse unter Null gehandelt“ wurde (Zitat Hans Mayer). Hitler hatte Bayreuth zuletzt 1940 besucht. Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Anordnung Hitlers sogenannte Kriegsfestspiele durchgeführt. Die NS-Organisation "Kraft durch Freude" mit ihrer Abteilung Urlaub und Reisen übernahm den Kartenverkauf. Leiter dieser Abteilung war Bodo Lafferentz, der 1943 durch Heirat mit Verena Wagner Winifreds Schwiegersohn wurde. Lafferentz übernahm die Zuteilung der Karten, die vor allem verwundete Soldaten mit ihrem Pflegepersonal sowie Rüstungsarbeiter erhielten. Ab 1941 wurden die Festspiele immer mehr durch den Krieg beeinflusst. Da in der ersten Festspielwoche 1941 bereits ab ca. 21 Uhr totale Verdunkelung angeordnet war, begannen die Aufführungen schon kurz nach Mittag. 1944 standen nur noch die Meistersinger von Nürnberg auf dem Programm. Die letzte der zwölf Aufführungen des Jahres fand am 9. August statt. Es war auch die letzte Opernaufführung im Dritten Reich.
1949 wurde die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die sich zum Ziel setzte für die eine Wiederaufnahme Geldspenden einzuwerben. Bereits an Pfingsten 1950 standen 400.000 DM bereit.
Bei diesem Neuanfang lag die gemeinsame künstlerische und organisatorische Leitung bei den Enkeln Wieland und Wolfgang Wagner. Ihnen gelang es, jährliche Festspiele – mit meist einer Neuinszenierung pro Saison – zu etablieren. Die ersten Nachkriegsfestspiele begannen am 30. Juli 1951 mit einer viel beachteten Inszenierung des Parsifal durch Wieland Wagner.
Auf dem Spielplan steht seither traditionell eine wechselnde Auswahl aus den Hauptwerken Richard Wagners: Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Der Ring des Nibelungen (mit den vier Teilen Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.
Gelegentlich wurde auch Beethovens 9. Sinfonie im Festspielhaus aufgeführt. Richard Wagner selbst hatte dieses Werk am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert, aus Anlass der Grundsteinlegung für das Festspielhaus. Im Rahmen der Festspiele erklang die 9. Sinfonie unter Leitung von Richard Strauss (1933), Wilhelm Furtwängler (1951, 1954), Paul Hindemith (1953), Karl Böhm (1963) und Christian Thielemann (2001). Zum 100. Todestag von Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde 1986 dessen Faust-Sinfonie aufgeführt.

Quelle: Wikipedia

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